Heute vor 20 Jahren, 3. Mai 1989

Berliner Zeitung, 3. Mai 1989

Berliner Zeitung, 3. Mai 1989

Gut, es war nicht heute genau vor 20 Jahren, ich habe diese alte „Berliner Zeitung“ geschenkt bekommen und konnte sie erst jetzt scannen und hier dem interessierten Leser vorstellen. Eigentlich hätte das schon am 3. Mai, also vor sechs Tagen passieren sollen, aber da hatte ich die Zeitung noch nicht.

Was stand damals drin:

Wahlvorstände bereiten sich auf den 7. Mai vor
Beratung der Wahlkommission der Republik
Am 7. Mai 1989 fanden in der DDR Kommunalwahlen statt. Diese Wahl gilt gewissermaßen als Anfang vom Ende der DDR, denn obwohl klar war, daß es in vielen Wahlbezirken bis zu 10% Gegenstimmen gab, verkündeten die SED-Medien ein Ergebnis von 98,85 Prozent für die Kandidaten der „Nationalen Front“. In den Wochen danach begann die Fluchtwelle über Ungarn bzw. die bundesdeutschen Botschaft in Prag in den Westen.

Germanensiedlung bei Taucha
Reste von vor über 2000 Jahren gebauten Häusern und Ställen wurden entdeckt
Eine kleine archäologische Sensation, denn diese Funde belegten, daß auch im Gebiet um Leipzig die Germanen im 1. Jh. v.u.Z. und 3. Jh. u.Z bereits Wohn-Stall-Häuser gebaut hatten. Das berichtete in einem Interview Dr. Heinz-Joachim Vogt, damaliger Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte in Dresden.

Heute um 17 Uhr im Jahnsportpark: Das 48. Dynamo-Duell
Vor dem 48. Dynamo-Duell mit BFC – Dresden im Nachholespiel der Fußball-Oberliga führen die Gäste mit 21 Siegen (bei 9 Remis un 17 Niederlagen) und 84:74 Toren.
Dresden mußte verletzungsbedingt auf die beiden wichtigen Stammspieler Hans-Uwe Pilz und Andreas Trautmann verzichten. Beim BFC fehlte Rainer Ernst wegen der 6. gelben Karte. Die möglichen Aufstellungen:

BFC Dynamo: Rudwaleit – Ksienzyk, Rohde, Reich, Zöphel – Strecker, B.Schulz, Backs, Fügner – Thom, Doll
Dynamo Dresden: Teuber – Döschner, Kirchner, Lieberam, Büttner – Stübner, Minge, Sammer, Haupmann – Gütschow, Kirsten

Das spiel endete 1:1 und Dynamo Dresden wurde Meister mit 8 Punkten Vorsprung auf den BFC Dynamo.

Ja so war das damals…

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Endlich wieder laufen, der 22. Tag

Garmin Forerunner 305Nicht das jemand denkt, ich hätte das Laufen aufgegeben oder schlapp gemacht. Ich bin auch nicht im Urlaub, sondern war nur auf Dienstreise. Da hätte ich zwar theoretisch die Laufsachen mitnehmen und dort laufen könnne, aber die kleine Laufpause tat mir ganz gut. Irgendwie hatte ich mich am letzen Lauftag, dem 2. Mai (Samstag) wohl ein klein wenig übernommen.

Mein Laufsamstag war letzte Woche aber sowieso schon am Donnerstag, dem Tag vor dem Maifeiertag am 1. Mai (20. Lauftag) . Es lief schlecht, keine anderen Läufer waren unterwegs, nur der Dieselpreis lag bei freundlichen € 0,98 um aber zwei Tage später wieder auf € 1,02 zu klettern. Dieselpreis in Berlin war am Montag (meinem eigentlich 22. Lauftag) bei € 0,95 und am Dienstag bei € 1,02. Am Mittwoch Abend war ich dann erst so spät zurück, daß ich auch den turnusmäßig 23. Lauftag habe ausfallen lassen, so daß nun heute erst der 22. Tag zum Laufen ist.

Mein „Garmin Forerunner 305“ (siehe Bild) kann mehr, als nur die Laufstrecke nebst Herzfrequenz aufzeichnen. So habe ich mal die automatische Rundenzählung nach 1000 m und den Pulsalarm aktiviert. Der Pulsalarm warnt mich, wenn ich mich zu sehr anstrenge und der Puls einen Grenzwert überschreitet (oder auch unterschreitet). Ich hatte mir vorgenommen, meine Pulszone 4 nicht zu überschreitet. Die Pulszonen leiten sich vom Maximalpuls ab und sind Prozentwerte von diesem. Zone 4 ist z.B. 80%-90% vom Maximalpuls mit gefühlter Anstrengung „schnelle Pace“, „etwas unbequem“ und „kräftige Atmung“. Der Nutzen ist laut Garmin-Bedienungsanleitung „verbesserte anaerobe Kapazität und Schwelle“ sowie „verbesserte Geschwindigkeit“. Den Warnton habe ich lange Zeit nicht gehört, erst beim letzten Kilometer, wenn der leichte Anstieg von der Araltankstelle zum Güstrower Tor zu bewältigen ist, hatte es öfter mal gepiept.

Vielleicht sollte ich sogar besser in Pluszone 3 bleiben, 70%-80% des Maximalpulses, „Moderate Pace“, „schwieriger, sich zu unterhalten“ und „verbesserte aerobe Kapazität“ mit „optimalem, kardiovaskulärem Training“, also gut für Herz und Lunge, würde ich denken.

Der 22. Lauftag in Zahlen: Strecke 4 km, angenehme 16°C, eine ander Läuferin, Dieselpreis € 1,05, Erdgas € 0,85

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Kittel

Grad eben hab ich drüben bei der Fotoente das Bild mit den Kitteln gesehen. Und prompt fällt mir dieser Musiktitel aus den 90ern ein, von dem ich nicht weiß, wie er heißt oder von wem er ist. Er lief mal in irgendeinem Berliner Kabel-Fernsehkanal (OKB ?) und eine für mich bleibende Erinnerung war das Video dazu. Es zeigt nichts weiter als lange Reihen von Kittelschürzen auf Drahtkleiderbügeln, die auf einer Taktstraße vorwärtsrückten. Entweder waren das Bilder einer Produktionsalage für solche Schürzen oder, und das denke ich eher, eine Reinigung bzw. Wäscherei.

Ich muß dazu sagen, das ich früher als BMSR-Techniker bei REWATEX gearbeitet hatte und da gab es damals eine Anlage für Kittelschürzen, an die mich das sehr stark erinnerte.

Die Musik war eher Electro-House-mäßig, recht monoton rhythmisch und sehr sparsam instrumentiert, sofern man überhaupt von Musikinstrumenten sprechen kann :-) Man könnte fast sagen, eine Art Vorläufer von „Daft Punk – Around The World„.

Wahrscheinlich werde ich nie mehr herausfinden, was und von wem das war, es bleibt nur die Erinnerung an die dahinschwebenden Kittelschürzen.

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Randerscheinung

Randerscheinung

So am Bildrand beim Essen, gewissermaßen als Randerscheinung. Irgendwann in den 80er Jahren in einer Plattenbau-Küche in Berlin.

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Serienproduktion

Ich bin ja eigentlich nicht der große TV-Serien-Gucker. Gut, früher habe ich „Das Krankenhaus am Rande der Stadt“ und „Zur See“ geschaut. Beim Studium lief im Wohnheim zur Abendbrotzeit manchmal das „Großstadtrevier“ und später, zu schlechten Zeiten, habe ich mir auch mal ein paar Folgen „GZSZ“ reingezogen.

Vor ein paar Tagen habe ich mich überreden lassen, die amerikanische Serie „O.C. California“ (The O.C.) mitzugucken. Nette Episoden aus dem Leben der Reichen und Schönen in Südkalifornien – Liebe, Triebe, Schmerzen und Intrigen, durchaus schön anzusehen, mit einer Portion Humor gewürzt.

Gegenwart

TrainingsanzugIn einer der der ersten Folgen zieht sich einer der Protagonisten, Seth Cohen (Adam Brody), eine braune Trainingsjacke mit Gelb-Roten Streifen am Ärmel an. Moment mal, solche Trainingsanzug-Jacken kenne ich doch, kann aber auch nur Zufall sein, daß die so aussieht wie die, an die ich denke. In einer weiteren Szene wird dann aber deutlich, das ich mich doch nicht verguckt habe, auf der Brust prangt das ASV-Symbol.
Richtig gelesen, ASV – die Armeesportgemeinschaft „Vorwärts“ der NVA. In einer amerikanischen Fernsehserie des Jahres 2003 trägt ein Hauptdarsteller eine DDR-NVA-Trainingsjacke.

Da frage ich mich, weiß der überhaupt, was er da an hat. Wie Funktioniert das beim Film oder Fernsehen eigentlich mit den Klamotten, ist da immer genau festgelegt, wer welche Kleidung trägt? Bei historischen Filmen ist es klar, da muß bis zum letzten Kleindarsteller jeder kostümiert werden. Aber bei Gegenwartsgeschichten, wird da festgelegt, daß Seth Cohen in der und der Szene eine DDR-NVA-Trainingsjacke trägt oder heißt es nur „trägt eine Trainingsjacke“ oder kann sich das der Darsteller aussuchen? Würde mich mal interessieren, vielleicht kennt sich je einer der Leser in der Film- und Fernsehbranche aus.

Rückblende

Es ist der 2. Mai 1985, um 5 Uhr klingelt der Wecker, ich muß pünktlich 6 Uhr beim Wehrkreiskommando in der Wendenschloßstraße sein. Ein LKW W50 bringt ein paar andere jungen Männer und mich zum Güterbahnhof Köpenick, gegen 7 Uhr steigen wir in den Zug. Eine lange Fahrt durch die halbe DDR zur Insel Rügen beginnt, oft halten wir an, ein paar Jungs steigen aus, andere ein. Vor dem Rügendamm stehen wir geschlagene zwei Stunden, auf der Insel zuckelt der Zug fast im Schrittempo Richtung Ziel. Nach 11 Stunden Fahrt komme ich in Prora an. Hier beginnt mein Wehrdienst bei der NVA. Zusammen mit hunderten weiterer Rekruten werden ich in einer großen Halle meiner Kompanie und meinem Zug zugeteilt.

Dort erhalten wir auch die erste „Uniform“, schwarze Turnschuhe, rote Turnhose, gelbes Turnhemd und einen braunen Trainingsanzug mit rot-gelben Streifen an den Ärmeln. Genau so einen, wie ihn Seth Cohen in „O.C. California“ trägt. Für uns ist das für eine Tag lang die einzig erlaubte Bekleidung, im Laufe des nächsten Tages bekommen wir dann die richtigen Uniformen und alle anderen Ausrüstungsgegenstände.

Heute

DTSB ASV BeitragIch muß mal gucken, ob ich noch so eine ASV-Trainingsjacke irgendwo rumzuliegen habe, vielleicht im Keller oder auf dem Dachboden, oder hatte ich sie doch irgendwann weggeschmissen? Was ich aber noch habe, ist mein DTSB-Mitgliedsbuch, denn jeder Armeeangehörige wurde automatisch Mitglied im „Deutschen Turn- und Sportbund“ der DDR, in meinem Fall in der Armeesportgemeinschaft „Vorwärts“ Prora II, 2352 Prora PF 26366. Die wichtigste Aufgabe für Mitglieder war die pünktliche Beitragszahlung und der Erwerb von Spendenmarken. Schon damals ging es meist nur ums Geld.

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