Obst ist nicht genug

Tag der Deutschen Einheit – 28. Jahrestag

Wiedervereinigung – 28 Jahre deutsche Einheit

Tag der Deutschen Einheit 2018

Tag der Deutschen Einheit 2018

Heute ist der 28. Tag der Deutschen Einheit, kein „rundes“ Jubiläum also. Vor nunmehr fast 30 Jahren sind die einst getrennten deutschen Staaten (BRD und DDR) zu einer Einheit vereinigt worden.

Nach der Öffnung der Grenze am 9. November hat es nicht einmal ein Jahr gedauert, bis die beiden deutschen Staaten wiedervereint wurden. Zwischendurch gab es noch am 18. März die einzige freie Volkskammerwahl und am 1. Juli die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Mit dem Wirksamwerden des Beitritts der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 wurde auch die staatliche Einheit besiegelt.

Damals war ich in Görlitz

Görlitz Panorama

Görlitz Panorama

Die Grenzöffnung am 9. November hatte ich damals zunächst gar nicht mitbekommen. Ich hatte am 1. September mein Studium der Informationsverarbeitung an der Ingenieurschule Görlitz begonnen. Görlitz war einer der Ort in der DDR, der so ziemlich am weitesten von jeglichem westlichen Medieneinfluß entfernt war. Der Empfang von Westfernsehen war dort nicht möglich.

Seminargruppenfahrt nach Dresden

Am 10. November sind wir mit der Seminargruppe nichts ahnend früh mit dem Zug zur Tagesexkursion nach Dresden gefahren. Auf dem Programm stand ein Besuch der 12. Bezirkskunstausstellung und des Museums für Stadtgeschichte Dresden.

Als wir in Dresden vom Hauptbahnhof in Richtung Stadtzentrum gingen, fielen uns vereinzelt längere Menschenschlangen auf. Sollte es etwa Bananen oder Orangen geben?

Mitnichten, wie sich dann herausstellte. Die Leute standen bei den VP-Dienststellen Schlange, um ein Visum für die Ausreise in die BRD zu bekommen. Die Grenze war zwar offen, man benötigte aber anfangs noch den Visum-Stempel im Personalausweis.

Ich hatte damals in Dresden zwar ein paar Fotos gemacht, von den auf ihr Visum wartenden DDR-Bürgern ist leider keins dabei. Was ich aber noch gefunden habe, ist die Eintrittskarte zum Dresdner Stadtmuseum und die Rechnung vom Mittagessen im „Kügelgenhaus„.

Ein Kunstwerk der Kunstausstellung ist mir in Erinnerung geblieben. Es war eine Art Installation mit dem Titel „Strandgut – Strandschlecht“. Das zweiteilige Werk zeigte auf einer Seite natürliches Strandgut wie Muscheln, Seetang, Seesterne und Ähnliches. Die andere Seite bestand aus Müll, was halt die Menschen so am Strand hinterlassen. Ich fand die Idee prima und gut umgesetzt.

Die offizielle Feier zum Tag der Deutschen Einheit findet dieses Jahr übrigens in Berlin statt, da Berlin gerade den Vorsitz im Bundesrat hat. Aber das nur nebenbei.

Auf und davon

Am nächsten Tag, einem Samstag, fand der große Mensa-Fasching statt, der dann aber doch nicht ganz so groß ausfiel, wie geplant. Viele Studenten waren für ihren ersten Westbesuch nach Berlin gefahren. Weil nun auch in der Küche ein paar Leute fehlten, hatte ich kurzfristig den Küchendienst übernommen.

Zwei Kommilitonen aus meiner Seminargruppe sind dann gar nicht mehr zurückgekommen sondern gleich im Westen geblieben. Ich war dann erst über die Weihnachtsferien das erste Mal in Westberlin und habe gerde noch die 100 DM Begrüßungsgeld abgefaßt.

Schnell in die Wiedervereinigung

100 DDR-Mark und 100 DM

100 DDR-Mark und 100 DM

Dann ging eigentlich alles recht schnell. Nach der ersten und letzten freien Volkskammerwahl im März 1990 folgte am 1. Juli die Währungsunion. Aus den DDR-Alu-Chips wurden harte D-Mark und die Regale im Konsum an der Ecke waren mit Buttermilch von MMMMüller, Bier aus Krombach und Jung-Schwung-Stimmung Yogurette gefüllt.

Am 3. Oktober 1990 schließlich wurd die staatliche Wiedervereinigung vollzogen und mir war so gar nicht zum Feiern zumute. Ich lag mit Windpocken im Bett und fühlte mich richtig elend. Windpocken in dem Alter sind unangenehm, ich war fast drei Wochen krankgeschrieben. Als Kind steckt man so etwas besser weg, nicht umsonst sind das eigentlich Kinderkrankheiten :-)

Das ist nun alles 27 Jahre her, ich kann mich aber noch recht gut daran erinnern.

Mein jährliches Video zum Tag der deutschen Einheit

Seit 2012 gibt es von mir ein Video zum Tag der deutschen Einheit. Es ist praktisch immer dasselbe, nur die Jahreszahl passe ich an:

Die DDR-Fahne ist zwar nicht zu sehen, aber trotzdem wehen zwei Deutschland-Flaggen im Wind.

Zur musikalischen Untermalung so viel: Die beiden Hymnen werden zunächst kurz angespielt und „erklingen“ dann gemeinsam, also gewissermaßen in Einheit vereint. Die Musik entstand aus selbst erstellte MIDI-Dateien, gespielt vom Roland Sound Canvas SC-88VL.

Wer will, kann die MIDI-Dateien frei verwenden. Die MIDI-Dateien enthalten das Initialisieren des GM-Modus (Genaral MIDI), die Auswahl eines Intrumentes und natürlich die Noten selbst. Ich habe einmal eine Klavier-Version (GM:001 – Grand Piano) und eine Streicher-Version (GM:050 – Slow Strings) erstellt.

DDR Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen“
(Hans Eisler/Johannes R. Becher)
Nationalhymne der DDR – Grand Piano
Nationalhymne der DDR – Slow Strings

Deutsche Nationalhymne „Lied der Deutschen“
(Joseph Haydn/Hoffmann von Fallersleben)
Nationalhymne der BRD – Grand Piano
Nationalhymne der BRD – Slow Strings

Wem die Musik so nicht gefällt, kann sie natürlich auch als Basis für eigene Bearbeitungen verwenden. Für meine Zwecke waren sie ideal geeignet.

Google Doodle zum Tag der Deutschen Einheit

Nicht überraschen gibt es auch ein Google-Doodle zum Tag der Deutschen Einheit. Dieses Jahr habe ich alle bisherigen Doodles zum Tag der deutschen Einheit/Wiedervereinigung in einem Video wiedervereint, also zusammengeführt zu einer deutschen Einheit :-)

Bereits 2002 und 2003 gab es ein Doodle zum Tag der deutschen Einheit, dann erst wieder ab 2006 und seitdem jedes Jahr. Wir haben also dieses Jahr den 12. Jahrestag der kontinuierlichen Tag der deutschen Einheit-Doodle.

Hier noch der Link zur Doodle-Top-100 und meiner Bildersammlung.

Gute Nacht!

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Herbstanfang 2018 – es wird Herbst und es wird kalt

So langsam aber sicher geht der Sommer zu Ende und der Herbst steht vor der Tür. Die Woche über von Montag bis Freitag war es nochmal spätsommerlich warm mit Temperaturen zwischen 25 und 28 °C bei schönstem Sonnenschein. Seit Freitag Nachmittag wird es aber deutlich kühler, trüber und regnerischer. Die Temperaturen erreichen heute nur noch 14 Grad, gestern gab es bereits kräftige Regenschauer und stürmischen Wind.

Die Natur ist noch nicht ganz so weit, wie 2014 um diese Zeit. Die Blätter des wilden Weines im Hinterhof sind noch schön grün, färben sich erst ganz vereinzelt ein bißchen Rot. Auch sonst ist vom bunten Herbstlaub nicht viel zu sehen.

Abends wird es schon früh dunkel und wenn morgens der Wecker klingelt, ist es immer noch nicht richtig hell. Da fällt das Aufstehen gleich viel schwerer.

Herbstanfang

Heute beginnt mit der Herbst-Tagundnachtgleiche dann auch astronomisch der Herbst. Dieses Jahr ist Herbstanfang am 23. September um 03:54 MESZ. Nächstes Jahr wir der Herbstanfang auch am 23. September sein. Künftig wird aber der 22. zunehmend häufig vorkommen; im Jahr 2067 wird der 23. zum letzten Mal in diesem Jahrhundert auftreten, oder falls sie Sommerzeit abgeschafft wird, bereits 2063. Das werde ich aber wohl nicht mehr miterleben.

Auch dieses Jahr gibt es wie in den letzten Jahren ein Google-Doodle zum Herbstanfang. Mal sehen, ob es wieder weltweit zeitgleich zum astronomischen Herbstpunkt freigeschaltet wird. Es ist das selbe Herbst-Doodle, wie es im März schon auf der Südhalbkugel zu sehen war.
Nein, es wurde schon gestern, am 22. September gegen 15 Uhr MESZ weltweit freigeschaltet und es wird wohl nicht in Deutschland bei google.de zu sehen sein.
Ich habe es mal wieder zu einem Video verarbeitet:

Ja, der Herbstanfang ist nah. :-)

Weitere Infos zum Herbstanfang:

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Heute ist Weltkindertag 2018 – echt jetzt?

Weltkindertag 2018 am 20. September?

Weltkindertag 2018 (Google Doodle)

Weltkindertag 2018 (Google Doodle)

Ich habe es wieder mal erst durch das Google-Doodle mitbekommen, heute ist Weltkindertag 2018. Das will einfach nicht in meinen Kopf. Für mich war und ist der Internationale Kindertag am 1. Juni. Und in vielen Ländern ist der erste Tag im Juni immer noch der Tag des Kindes. Für Deutschland wurd aber mal der 20. September als Weltkindertag festgelgt und der ist nun heute

Weltkindertag 2018 am 1. Juni!

Kindertag  2018 – Eis essen

Kindertag 2018 – Eis essen

Für mich war dieser Tag in meiner Kindheit immer ein besonderer Tag, auf den ich mich gefreut habe.

Es gab zwar keine großen Geschenke, aber meist haben wir in der Schule und mit der Familie etwas unternommen. Auch wenn es nur Eisessen war, der Tag war halt ein besonderer Tag.

Auch heute noch gehen wir mit unseren Kindern, sofern sie da sind, am 1. Juni ins Eiscafé.

Kindertag – Glückwunschkarte von der Patenbrigade

Kindertag – Glückwunschkarte von der Patenbrigade

Zu DDR-Zeiten hatt dieser Tag noch einen viel höheren Stellenwert.

Von der Patenbrigade hab ich z.B. 1974 eine Glückwunschkarte zum Kindertag bekommen. Die hatten sie selbst gebastelt, mit Bildern aus der ABC-Zeitung und einem handgeschriebenen Text.

Zu DDR-Zeiten war der Kindertag auch immer in allen Kalender als „Internationaler Tag des Kindes“ vermerkt, heute sucht man solche Einträge vergeblich.

Google Doodle zum Weltkindertag 2018

So ein bißchen als Kalender im Internetzeitalter kann man durchaus Google mit den Google-Doodles betrachten. Heute gibt es also in DACH das Kindertags-Doodle, das es an anderen Tagen in diesem Jahr bereits in anderen Ländern gab.

Es zeigt die Google-Buchstaben als musizierende Kinder in einer Marschkapelle. Weil das Doodle ganz statisch daherkommt, habe ich es in meinem Video etwas animiert und mit Musik versehen:

Na gut, dann ist eben heute hier in DE Weltkindertag 2018, so soll es ein. :-)

Weitere Infos zum Weltkindertag 2018 (Google Doodle):

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Meteoritenschwarm der Perseiden 🌠 Sternschnuppen im August 2018

Mit Sternschnuppen verbinde ich spontan drei Dinge bzw. Erinnerungen.

1 – Zeit der Sternschnuppen

Sternschnuppe Perseiden August 2018 (a)

Sternschnuppe (a)

„Immer, wenn im Juli und August am Nachthimmel Sternschnuppen aufleuchten, erinnert sich Hans Weyden an das Abenteuer seines Leben.

Sie hieß Aul, hatte langes schwarzes Haar und trug zu jeder Stunde ein enganliegendes Trikot, denn auf dem sechsten Jupitermond, wo sie sich mit ihrem Vater vorübergehend aufhielt, gibt es keine Jahreszeiten und keine Mode. Hans Weyden war in ihrem Leben der erste Mann – und voraussichtlich auch der letzte.

Aber bevor es zu einem herzzerreißenden Abschied kommt, nehmen wir zusammen mit Hans Weyden und dem Dackel Waldi Kurs auf den Jupiter und betreten an seiner Seite eine wunderliche Welt, in der unvorstellbare Zukunft und längst vermoderte Vergangenheit eine seltene Ehe miteinander eigegangen sind.

Ahnungsvoll begleiten wir Weyden bei seiner Rückkehr zur Erde und wünschen ihm, er möge sich der unabwendbar auf ihn zukommenden Entscheidung gewachsen zeigen.“

So steht es im Klappentext des phantastischen Romans „Zeit der Sternschnuppen“ von Herbert Ziergiebel. Das 1972 im Verlag „Das Neue Berlin“ erschienen Buch zählt zu meinen Lieblingsbüchern. Ich könnte es eigentlich mal wieder lesen. Habe ich schon länger nicht mehr gemacht.

2 – Viele, viele Sternschnuppen

Sternschnuppe Perseiden August 2018 (b)

Sternschnuppe (b)

In meinen letzten Sommerferien im August 1982 war ich für knapp zwei Wochen in der Hohen Tatra in der damaligen ČSSR. Wir wohnten in einer Ferienwohnung in Tatranská Štrba. Auf der Wiese beim Haus konnt man es sich abends bequem machen und in den klaren Nachthimmel schauen.

So viele Sternschnuppen und Sterne wie dort habe ich später nie mehr gesehen. Die klare Gebirgsluft, die Ferne zu großen Städten, kaum Umgebungslicht und natürlich der Zeitpunkt zum Maximum der Perseiden waren den Beobachtungsbedingungen sicher zuträglich.

3 – Sternschnuppen im Dienst

Sternschnuppe Perseiden August 2018 (c)

Sternschnuppe (c)

Im Jahr 1987 war ich bei der NVA und diente als Funkobermechniker in der Nachrichtenkompanie des WBK Frankfurt/Oder. Eigentlich war das ein recht ruhiger Werkstatt-Posten aber hin und wieder waren auch „normale“ Dienste abzuleisten.

So hatte ich am 2./3. August Wachdienst. Bewacht wurde das Gelände mit der Nachrichtenwerkstatt/Lager, einer KW-Sendestation (KN1-E), Einrichtungen des Rückwärtigen Dienstes (RD) und dem Wohnheim für Berufssoldaten.

Meinen Nachtdienst von 0 bis 2 Uhr habe ich dann teilweise entspannt auf der Wiese liegend verbracht. Im Radio, einem Taschenradio G 1000 MW, lief Radio Luxemburg (RTL) auf Mittelwelle 1440 kHz. Über mir am nächtlichen Himmel konnte ich die eine oder andere Sternschnuppe sehen und mir etwas wünschen. So entspannt konnte es auf Wachposten sein. :-)

Sternschnuppen aktuell

Im Moment ist nun wieder die Zeit der Sternschnuppen, der Meteorstrom der Perseiden kreuzt wie jedes Jahr von Ende Juli bis Mitte August die Erdbahn. Durch den Neumond von gestern ist die Sichtbarkeit eigentlich recht gut, da das helle Mondlicht vom Vollmond wie letztes Jahr nicht stört.

Ungeachtet dessen habe ich auf dem Dachboden wieder meine Kamera in Stellung gebracht und mit Langzeitaufnahmen beauftragt. Bereits 2012, 2014, 2015, 2016 und 2017 hatte ich mit der Sternenhimmel-Fotografie experimentiert und auch ein paar Sternschnuppen erwischt.

Ein paar der Meteore habe ich bereits „geschossen“ und auch live gesehen. In der Nacht vom 12. zum 13. August ist mit einer großen Zahl von Objekten zu rechnen. Die Aufnahmen laufen also noch und ich hoffe auf gutes Wetter mit klarer Sicht. In der Zeit vom 7. bis 11. August waren auch einige Wolken und wenige Sternschnuppen zu sehen:

Ich werde dann hier ggf. weitere Bilder und Videos ergänzen.

Also dann, frohes Sternschnuppengucken! :-)

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Rewatex Spindlersfeld – eine Reise in die Vergangenheit

Mit der Elektronik in die Wäscherei

Technik hat mich schon immer interessiert, besonderes die Elektronik hatte es mir angetan. Und so wollte ich nach meiner Schulzeit Elektronik-Facharbeiter im Funkwerk-Köpenick werde. Das war leichter gesagt als getan, denn die beiden freien Lehrstellen waren unter der Hand bereits betriebsintern vergeben und damit hatte ich als auswärtiger Bewerber keine Chance.

Das Berufsberatungszentrum kam aber mit zwei Alternativangeboten auf mich zu: Feinmechaniker im VEB Berliner Bremsenwerk (Knorr-Bremse) oder BMSR-Techniker im VEB Kombinat Rewatex. Feinmechaniker klang so gar nicht nach Elektronik und so wurde ich BMSR-Techniker in einer Berliner Großwäscherei.

Das Wäschereigelände heute

Am vorletzten Wochenende war ich in Berlin und nach langer, langer Zeit auch mal wieder in Spindlersfeld. Am Ende der Ottomar-Geschke-Straße beginnt das alte Rewatex-Gelände. Hier ist nun eine große Baustelle zu sehen.

Karte Rewatex-Spindlersfeld

Karte Rewatex-Spindlersfeld © OpenStreetMap

Das Hauptgebäude in Form eines leicht gegen den Uhrzeigersinn gedrehten Vierecks ist noch erhalten. Auf der Karte habe ich die jeweils auf den Bildern zu sehenden Objekte vermerkt.

Bild 1 zeigt den Südturm und das Pförtnerhäuschen, wenn man von der Ottomar-Geschke-Straße auf das Wäschereigelände zugeht. Das war früher praktisch mein täglicher Arbeitsweg. Arbeitsbeginn war um 6 Uhr, aber erst um 7 Uhr ging es richtig los.

Als Lehrling hatte ich die Aufgabe, früh durch den gesamten Betrieb zu gehen und den Sattdampfverbrauch an den entsprechenden Meßgeräten abzulesen. Gegebenenfalls mußte ich auch eine neue Papierrolle für die Verbrauchsaufzeichnung nachlegen oder die Tinte nachfüllen.

Daher kannte ich im Rewatex-Hauptwerk Spindelersfeld fast jede Abteilung, so auch die Färberei im Westturm (Bild 2). Um 9 Uhr war dann bereits Frühstückspause in der Kantine (Bild 3). Hier hatte ich als Lehrling auch in der Mittagspause die Ehre, die abschließende Kaffeerunde für die Kollegen zu servieren. Dafür bekam ich den Kaffee aber spendiert.

Auf der Nordseite stand früher auch das Heizhaus, für dessen reibungslosen, technischen Betrieb wird als BMSR-Abteilung zuständig waren. Das Heizhaus gibt es aber nicht mehr, hier findet man im Moment große Sandhaufen (Bild 5).

Die BMSR-Werkstatt befand sich im Nordturm ganz unten (Bild 4), die Fenster an der Ecke sind leider alle verriegelt und verrammelt, wie das ganze Gebäude insgesamt. Ich hätte da gerne mal einen Blick hinein geworfen. Neben der Werkstatt hatten wir dort auch unseren Umkleide- und Aufenthaltsraum und eine Dusche.

Etwas außerhalb des Wäschereigeländes, gegenüber vom Kindergarten im Wohngebiet steht noch ein kleines Heizhaus (Bild 6). Damals waren wir dafür technisch verantwortlich und so führte mich meine morgentliche Runde auch regelmäßig zur Meßstelle „KiGa“.

Ja, das war schon ein schöner Rundgang durch, oder besser um meinen alten Betrieb herum.

Wasserstadt Spindlersfeld

Aktuell wird auf dem alten Rewatex-Gelände fleißig gebaut, hier ensteht die „Wasserstadt Spindlersfeld„. Das „Pförtnerhaus“ und weitere Randgebäude wurden bereits 2013 zu Eigentumswohnungen umgebaut. Im Moment entstehen im alten Wirtschaftsgebäude neben dem Pförtnerhaus die „Spreelofts“. Dazu kommen mit den „SpreeApartments“ und den „SpindlerTowers“ zwei Neubauten.

Die Umbauarbeiten im Hauptgebäude und damit auch in meiner BMSR-Werkstatt beginnen aber erst in ein paar Jahren. Mal sehen, was dann daraus wird.

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