Prag – Wenzelsplatz, Vyšehrad, Wein und Bier

Softeis am Prager WenzelsplatzGerade mal 500 Meter sind es vom Altstädter Ring bis zum Wenzelsplatz. Früher gab es dort an jeder Ecke Softeis. Ich erinnere mich noch an meine Kindheit, als man, wenn man den Wenzelsplatz einmal hoch und auf der anderen Seite wieder runter gegangen war, soviel Softeis hätte essen können, wie man eigentlich gar nicht verträgt. In allen erdenklichen Geschmacksrichtungen gab es das Eis, einfach Vanille, Sahne oder Schoko, Karamel, Nuß und verschiedenste Fruchtsorten, selbst das grüne Waldmeistereis war damals noch zu bekommen. Und natürlich alles auch als zweifarbige Kombinationen. Um an jedem Stand ein Eis auf einer Tour zu probieren, hätte aber das Taschengeld nicht gereicht und es wäre einem bestimmt davon schlecht geworden. Meist blieb es dann bei zwei oder drei Eis.

Wechselstube in PragWo früher die Softeisbuden waren, findet man heute Wechselstuben. Aber wozu soll ich an jeder Ecke Geld tauschen, wenn ich mir dann doch kein Softeis für die Kronen kaufen kann? Zumindest gibt es am Wenzelsplatz noch ein Bistro, das den legendären Erdbeer-Milchshake (jahodový koktejl) im Angebot hat, zwar nicht mehr im Glas, sondern im Plastebecher, aber immerhin gibt es ihn noch.

Tschechisches Nationalmuseum in Prag - SchlesienDie drei Hauptfiguren am Aufgang zum Tschechischen Nationalmuseum symbolisieren die historischen Länder Tschechiens – Mähren, Böhmen und Mährisch-Schlesien. Etwas wehmütig blickt hier scheinbar „Mährisch-Schlesien“ auf das Spielkasino, das man ihm direkt vor die Nase gesetzt hat. Nicht viel besser ergeht es „Mähren“, sie hat McDonald’s unmittelbar vor sich. Nur „Böhmen“ in der Mitte hat noch einen ungestörten Blick auf den ehrwürdigen Platz mit dem heiligen Wenzel, falls nicht grad ein FedEx-Transporter durchs Bild fährt.

Weinanbau in Prag auf dem VyšehradVom Nationalmuseum ist es nicht mehr weit bis zum nächsten Ziel, dem Vyšehrad. Überhaupt sind alle wichtigen Sehenswürdigkeiten in Prag sehr dicht beieinander, so daß man alles bequem zu Fuß erreichen kann. Auch wenn die „hohe Burg“ vom Museum nur etwa 2,5 km entfernt ist, bietet es sich hier doch an, die zwei Stationen mit der Metro zu fahren, direkt die rote Linie „C“ von „Muzeum“ nach „Vyšehrad„. Interessant finde ich, daß auf dem Vysehrad Wein angebaut wird. Einen reizvollen Kontrast bietet der Blick über die Weinstöcke zum modernen Hotel „Corinthia Towers“ im Hintergrund. Auch in Richtung Süden die Moldau stromaufwärts wird das Bild von Weinpflanzen eingerahmt, in der Ferne sieht man schon etwas, wofür Tschechien eher berühmt ist, als für Wein.

Prager “Staropramen”-Bier Werbung auf der MoldauEin einteiliger Schubverband mit einer riesigen Bierflasche „Staropramen„, dem bekannten Prager Bier, schippert tagsüber die Moldau flußauf- und -abwärts. Das nenne ich mal innovative Werbung, die bestimmt nicht so einfach übersehen wird.
Überrascht war ich, auf dem Vyšehrad eine ehemalige Vobis-Filiale zu entdecken. Nein, es handelt sich um einen Friedhof, auf dem so berühmte Leute wie Bedřich Smetana oder Antonín Dvořák ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Daß in der „Goldenen Stadt“ Prag nicht alles nur glänzt, wird nicht verwundern. An manchen Stellen schwimmt nicht nur schicke Werbung auf der Moldau, sondern auch einiges, was nicht unbedingt da hinein gehört.
Ungeachtet dessen ist Prag für mich aber immer eine Reise wert.
Prag - Bahnhof Holešovice

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