Obst ist nicht genug

Rein und raus

Toilette PinkelbeckenManchmal muß man ja, und wenn man da grad in einem Bahnhof ist, dann halt eben dort. Toiletten gibt es da allerdings nicht, man muß sich nach einem WC-Center oder ähnlichem umsehen. Das sind dann hochmoderne Einrichtungen, mit Münzeinwurf und Drehkreuz, mit Musikberieselung und ohne freundliche(m|r) Toiletten(mann|frau). Alles kalt und ungemütlich, aber egal, man will sich ja dort auch nicht ewig aufhalten.

Am Freitag mußte ich mal auf dem Bahnhof Südkreuz in Berlin. Also auf zum WC-Center, ein 50-Cent-Stück rausgekramt und ab durch das Drehkreuz. Das ist aber ungefähr so bemessen, das gerade mal eine Person in einen Abschnitt reinpaßt. Klar, man will verhindern, das zwei Personen zum Preis von einer pinkeln gehen. Nur wenn man als Reisender, und solche soll es auf Bahnhöfen ja vereinzelt geben, etwas mehr und größeres Gepäck dabei hat, wird es schon eng. Nun könnte man vorher sein Gepäck für 5 Euro einem der Schließfächer gleich um die Ecke anvertrauen, aber 5,50 Euro für ein mal Pipi machen ist doch etwas teuer. So habe ich mich mit meiner Notebook-Umhängetasche und der großen Reisetasche grad so durchgezwängt.

Eine besondere Eigenschaft dieser Drehkreuze ist ja, daß sie in einer Richtung (rein) blockieren, so das man sie nur mit Bezahlung freischalten kann, in der anderen Richtung (raus) aber frei beweglich sind. Hinaus kommt man also immer ganz leicht.

Bei Verträgen unterschiedlichster Art sieht das aber genau umgekehrt aus. Da kommt man ganz einfach rein, aber keineswegs ebenso leicht wieder raus. Nehmen wir nur Verträge zum Webhosting, DSL oder ähnliches. Da kann man meist schnell und unkompliziert mit einem Webformular Verträge abschließen. Ein paar Felder mit persönlichen Daten ausfüllen, die AGB bestätigen und schon ist man mit einem Klick drin. Aber wehe, man will da wieder raus. Das geht nur schriftlich mit Unterschrift, vielleicht noch per FAX, aber nicht so einfach wie die Anmeldung.
Ähnlich verhält es sich bei Foren und Communities. Schon oft habe ich vergeblich einen Button zum Löschen des Benutzeraccounts gesucht. Gut, man muß da nicht schriftlich kündigen, aber zumindest eine E-Mail an den Admin schicken, am besten noch mit Begründung, warum man nicht mehr mitmachen will.

Kompliziert war es mal vor Jahren bei kino.de oder film.de, weiß ich nicht mehr so genau. Da mußte man auch eine E-Mail an den Admin schicken, allerdings von genau der E-Mail-Adresse, mit der man sich seinerzeit angemeldet hatte. Nur hatte ich damals gerade T-Online gekündigt, und damit war auch meine T-Online-E-Mail-Adresse weg, und genau die hatte ich dort verwendet. Es gab zwar im Benutzer-Kontrollzentrum auch die Option, die E-Mail-Adresse zu ändern, allerdings funktionierte das nur, wenn man die Änderung mit einem Link bestätigte, der an die alte Adresse wurde. Aber die hatte ich ja nicht mehr.
Irgendwie ging es nach einigem hin und her aber doch, der Admin hatte mich dann gnädigerweise gelöscht.

Achso, den Vergleich mit einer Diode im aktuellen c’t-Editorial finde ich auch sehr schön. In einer Richtung durchlässig, in der anderen Richtung normalerweise gesperrt, es sei denn, man Überschreitet die zulässige Sperrspannung.

2 Kommentare »