Obst ist nicht genug

Das Studio für elektronische Musik feiert 66. Geburtstag

Studio für elektronische Musik

Elektronik abstrakt

Elektronik abstrakt

Gut, ob das „Studio für elektronische Musik“, ein Tonstudio des Westdeutschen Rundfunks (WDR) in Köln, tatsächlich seinen 66. Geburtstag feiert, wage ich zu bezweifeln.
Zumindest Google feiert das Studio morgen in einigen Ländern mit einem Doodle.

In der Wikipedia findet man folgenden Text:

„Das Studio für elektronische Musik in Köln ist ein Tonstudio des Westdeutschen Rundfunks, das als weltweit erstes seiner Art gilt. Seine Geschichte spiegelt die Entwicklung der elektronischen Musik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wider. Am 18. Oktober 1951 fand im damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk eine Besprechung anlässlich einer Sendung eines Nachtprogrammbandes über elektronische Musik am Abend desselben Tages statt. Durch einen Bericht über diese Besprechung informiert, gab der Intendant des Senders, Hanns Hartmann, grünes Licht für die Einrichtung des Studios. Insofern kann dieser Tag als Gründungsdatum des Studios für elektronische Musik angesehen werden.“

Da der 18. Oktober 1951 als Gründungstag zählt, ist morgen also der 66. Geburtstag des Studios für elektronische Musik.

Musik-Elektronik

Musik-Elektronik

Heutzutage paßt so eine Studio für elektronische Musik, zumindest was die Klangerzeugung angeht, in ein 19-Zoll-Rack auf dem Schreibtisch.

Der Nord-Modular G2 z.B. ist ein virtueller, modularer Synthesizer mit diversen Tongeneratoren (Sinus, Rauschen, Impuls) und Filtern (Oktav, Bandpass). Eben jene Komponeten, die unter anderem auch im „Studio für elektronische Musik“ verwendet wurden.

Nord-Modular G2 Oberfläche

Nord-Modular G2 Oberfläche

Beim G2 kann man die Module bequem am Bildschirm verkabeln und sich das Ergebnis sofort anhören.

Naja, das Beispiel ist nicht besonders musikalisch, eher experimentell, eine Art Zufallsmusik.

Google Doodle

Das Google-Doodle für das „Studio für elektronische Musik“ ist völlig stumm und unbewegt. Es ist also nur ein Bild. Eigentlich schade, da hätte Google wenigstens etwas Musik unterlegen können. In der Vergangenheit gab es schon einige Musik-Doodle, die sogar teils vollwertige, interaktive Instrumente darstellten.

Angefangen hat es 2011 mit der Gitarre zum 96. Geburtstag von Les Paul. Es folgte 2012 das bisher komplexeste spielbare Instrument, ein Mini-Moog-Synthesizer zum 78. Geburstag von Robert Bob Moog. Dann gab es im Jahr 2015 das Doodle zum 360. Geburtstag von Bartolomeo Cristofori, dem Entwickler des Klaviers. Das Kalvier war allerdings nicht spielbar, man konnte nur die Lautstärke verändern. Und letzes Jahr im März konnte man sich an einem Theremin versuchen, das der Virtuosin auf diesem Instrument, Clara Rockmore gewidmet war.

Ein sehr schönes interaktives Musik-Doodle, das aber kein Instrument darstellt, gab es dann im Dezember letzten Jahres zum 245. Geburtstag von Ludwig van Beethoven. Hier hatte man gut zu tun, die durcheinander geratenen Takte der Musikstücke zu ordnen.

Und erst kürzlich gab es einen kompletten Klangerzeuger nebst Step-Sequenzer für den Filmemacher und Pionier des abstrakten Films, Oskar Fischinger, zu seinem 117. Geburtstag.

Aus dem „Studio für elektronische Musik“-Doodle habe ich mal wieder ein Video gebastelt:

Ja, es ist kitschig bunt, mit billigen Video-Effekten verhunzt und mit nerviger Dudel-Musik unterlegt.

Aber es ist anders als die 10000 anderen Doodle-Videos! :-)

Hier noch ein paar Links:

  • Die Studio für elektronische Musik Doodle Top-100
  • Die Doodle-Seite bei Google
  • what is the studio for electronic music in germany? Video (en)
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Alessandro Volta und das spannende Batterie-Doodle

Spannende Spannung

Die Einheit der elektrischen Spannung ist Volt, benannt nach dem italienischen Physiker und Vater der Elektrizitätslehre Alessandro Volta.

In meinem bisherigen Leben hatte ich immer viel mit Spannung und Strom und dem Gesetz von Ohm zu tun.

Pikotron Elektronik-Baukasten

Pikotron Elektronik-Baukasten

Angefangen hatte es, als ich etwa 10 oder 11 Jahre alt war und von meinen Eltern einen pikotron-Elektronik-Baukasten von PIKO geschenkt bekam. Schnell waren die erste Blinkschaltung, eine Sirene oder als “Krönung” ein MW-Radio aufgebaut. Zum Grundbaukasten gab es noch zwei Erweiterungskästen.

Später dann in der Berufsausbildung zum BMSR-Techniker war die Elektrotechnik/Elektronik ein wichtiger Bestandteil. Entsprechend hatte und habe ich immer noch diverse Fachbücher im Regal zu stehen.

Besonders hervorheben möchte ich den berühmt-berüchtigten „Elektro-Friedrich“, gewissermaßen das Standardwerk für alle Elektroberuf in der DDR und ein Muß für jeden Lehrling.

Er kostete damals 12,80 Mark und ist mit über 500 Seiten das dickste der oben abgebildeten Werke. Es stand aber auch alles Wichtige drin, was man zur Elektrotechnik wissen mußte. Die Anschaffung hatte sich auf jeden Fall gelohnt.

Das Buch gibt es übrigens immer noch: „Friedrich – Tabellenbuch Elektrotechnik / Elektronik“ (ISBN: 978-3-427-53025-1, € 39,95)

Elektrotechnik / Werkstoffe und Bauelemente – eigene Aufzeichnungen

ET/WBE

Während meiner Zeit bei der NVA wurde ich zum Funkmechaniker ausgebildet. Wie man sich denken kann, geht da auch nichts ohne Spannung, Strom und Widerständen. Außerdem wurde ich dort in die Geheimnisse der Röhrentechnik eingeweiht.

Die Röhrentechnik war schon damals so veraltet, daß selbst im Elektro-Friedrich dazu nichts zu finden ist. Aber bei der Armee wurde immer noch Nachrichtentechnik auf Röhrenbasis eingesetzt.

Diese Geräte galten als sehr robust und nahezu unkaputtbar. Und sie waren groß und schwer. :-)

Später gab es dann eine Renaissance der Röhren im Bereich Audio-/HiFi-Technik. Der guten alten Röhre werden wahre Wunder in Bezug auf einen weichen, natürlichen Klang nachgesagt.

Schließlich blieb mir auch beim Studium der technischen Informatik die Elektrotechnik nicht erspart. Ein Semester Grundlagen der Elektrotechnik inklusive Versuchen im Labor waren Pflicht. Viel Neues habe ich da aber nicht gelernt.

Insgesamt kann ich sagen, daß spannende Spannungen und strömende Ströme mein Leben nicht unerheblich beeinflußt haben. Daran ist Alessandro Volta nicht ganz unschuldig, denn er gilt zurecht als Begründer der Elektrizitätslehre.

In sofern ist es fast verwunderlich, daß es noch kein Google Doodle für diesen bedeutenden Physiker gab.

Google-Doodle für Alessandro Volta

Alessandro Volta (Google Doodle)

Alessandro Volta (Google Doodle)

Morgen ist es dann aber so weit. Google zeigt ein weltweites Doodle zum 270. Geburtstag von Alessandro Volta. Es erinnert mich ein bißchen an das Doodle zum Ende des Maya-Kalenders aus 2012.

Das Doodle zeigt im Zentrum eine sogenannte Volta’sche Säule oder auch Voltasäule, praktisch die erste funktionierende Batterie. In der Animation werden immer mehr Voltaelemente (galvanischen Zellen) in der Säule aufgeschichtet, so daß die steigende Spannung schließlich den Google-Schriftzug zum Leuchten bringt.

Am Rand sind die chemischen Vorgänge angedeutet, also die Oxidation des Zink und die damit frei werdenden Elektronen sowie die Reduktion der Wasserstoffionen an der Kupferelektrode.

Mir gefällt das Doodle gut und ich habe wie fast immer ein kleines Video erstellt:

Da kann ich nur sagen, gut gemacht Google! :-)

Das schreiben die anderen Doodle-Blogger (falls überhaupt noch jemand etwas dazu schreibt):

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Ein paar alte Skizzen von 1980

Alte Skizzen von 1980

Beim Rumstöbern fiel mir vorhin ein Oktavheft in die Hände, das auch ein paar Seiten mit Skizzen enthält. Eine Seite davon könnt Ihr oben sehen. Was und warum ich da im Einzelnen skizziert bzw. gezeichnet habe, kann ich heute nicht mehr sagen. Oft waren es eher technische Dinge, Enwürfe für elektronische Schaltungen und Geräte, die ich später nie gebaut habe.

Aber die abgebildete Seite ist anders. Das oben in der Mitte könnte fast ein Selbstporträt sein. Die Röhre links in der Mitte finde ich ganz gelungen. Aber insgesamt war und bin ich nicht das große Zeichentalent. :-)

Interessant ist der Text unten rechts: „Ein Film des Amateurfilmstudios Henze“. Um welchen Film es da gehen sollte oder was ich geplant hatte, weiß ich natürlich auch nicht mehr. Zumindest zeigt es schon damals meine Ambitionen in Richtung Film bzw. Video.

Heute ist das alles mit dem Filmen viel einfacher. Man braucht kein teures, wenig lichtempfindliches Filmmaterial und auch keine aufziehbare 8mm-Kamera mehr. Auch muß man nicht mehrere Wochen warten, bis der Film aus dem DEFA-Kopierwerk endlich entwickelt zurückkommt. Zum Vorführen des Films ist auch kein laut knatternder Filmprojektor erforderlich.

Der moderne Camcorder nimmt selbst in der Nacht bei Neumond mit 500-fachem Zoom noch unverwackelte Filmsequenzen auf, speichert alles digital aufbereitet auf einem kleinen SD-Kärtchen, von dem man die Filmdaten in wenigen Sekunden zum Schnitt und zur Weiterbearbeitung auf einen PC kopieren kann.

Die Schnittsoftware mit 1000 Überblendungen und Effekten zaubert praktisch im Alleingang daraus eine oskarverdächtige Produktion, die dann einem weltweiten Millionenpublikum auf YouTube präsentiert werden kann.

Apropos YouTube, kennt Ihr eigentlich schon meinen YouTube-Kanal?
Nicht? Na dann los, nichts wie hin! :-)

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Elektronischer Sprücheklopfer – mein Versuch

Vor einigen Jahren hatte ich mich mal etwas intensiver mit Mikrocontrollern beschäftigt. Ich war auch im Mikrocontroller-Forum aktiv und habe die eine oder andere Schaltung umgesetzt und programmiert. Ein Projekt war „Transcript„, bei dem ich so ein bißchen die Anschubinitiative übernommen hatte. Die Bauteile und Schaltungen liegen hier zu Teil noch rum, mein erster Versuchsaufbau auf einem Steckbrett allerdings nicht mehr.

Ich habe aber diese erste Version in einem Video festgehalten:

Die Textausgabe ist noch nicht besonders schön, die Umlaute fehlen, aber man kann die Sprüche trotzdem ganz gut mitlesen, finde ich. Das war gewissermaßen der erste, funktionsfähige Prototyp.

Für die technisch interessierten, diese Teile wurden auf dem Steckbrett verbaut:

  • Atmel ATTINY12 Mikrocontroller
  • EEPROM Atmel AT24C256 (für die Sprüche)
  • LCD EA T123A-I2C (drei Zeilen mit je 12 Zeichen)
  • Kleinteile

Der Sound im Video kommt mal wieder aus meinem Roland XV-5050 vom Zusatzboard SRX-09 „World Collection“ – Patch 395 „Tequilla Worm“.

Und, wer hat bis zum Ende durchgehalten und kann mir sagen, wie der 17. Spruch lautet? :-)

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Robert Moog – Synthesizer-Pionier zum 78. Geburtstag

Mein Traum vom Synthesizer

Musiksynthesizer selbstgebaut (electronica 180)Ein Synthesizer war schon immer mein Traum. Allerdings war es in der DDR kaum möglich, so ein Gerät zu beschaffen. Also kam eigentlich nur der Selbstbau in Frage, Schaltpläne dafür gab es sogar.

Meine älteste Anleitung ist von 1980, „Musiksynthesizer selbstgebaut“ von Hans-Jochen Schulze (amateurreihe electronica 180). Darin waren alle notwendigen Komponenten beschrieben, spannungsgesteuerter Oszillator (VCO), spannungsgesteuertes Filter (VCF), spannungsgesteuerter Verstärker (VCA), Hüllkurvengenerator (ADSR), Rauschgenerator usw. Viele Schlatungen waren mit dem damals einzigen und damit Standard-DDR Operationsverstärker (OPV) A 109 oder diskret aufgebaut. So kam als VCF eine klassische Moog-Kaskade zum Einsatz.

Gelesen habe ich das Heftchen mehrfach von vorn bis hinten und zurück. Gebaut habe ich dann doch nichts, denn auch die Beschaffung aller Teile war nicht so einfach und auch nicht gerade billig.

Der große Moog

Tomita - Bilder einer Ausstellung (AMIGA Plattencover Rückseite)Fasziniert hat mich eine auch in der DDR bei Amiga erschienen Schallplatte damals ganz besonders. Die Bilder einer Ausstellung von Mussorgski in der Interpretation von Isao Tomita. Beeindruckende Klangwelten prasselten auf mich nieder.

Nicht weniger beeindrucken war das Bild auf der Rückseite des Plattencovers. Es zeigt Tomita vor seinem großen Moog-System, einem Moog 3P. Wahnsinn! :-)

Das Plattencover listet folgende Gerätschaften auf: Moog 3B, Moog System 55, Polymoog, Scape Programmer 950B, Boat Ring Modulator 6401, Boat Frequency Shifter 1630, Roland Synthesizer System 700, 6 Tonbandgeräte mit 16 Spuren, Effektgeräte, Mixer usw.

Robert Moog – der Vater des Synthesizers

Heute vor 78 Jahren, am 23. Mai 1934 wurde Robert Bob Moog geboren. Zu seinem Geburtstag gibt es ein tolles, interaktives und klingendes Google Doodle.

Robert Moog - Doodle (Minimoog)

Minimoog

Foto: Krash / PD

Auf den ersten Blick zu sehen ist, daß der Google-Synthesizer wohl vom legendären Minimoog inspiriert wurde. Oder anders gesagt, das Doodle-Teil ist ein vereinfachter und abgerüsteter Minimoog. Die wesentlichen Komponenten sind vorhanden.

Links befindet sich der Mixer für die drei Oszillatoren (mit Master-Volume), dann folgen die drei Oszillatoren mit Umschalter für Register (Fußlage) und Wellenform (Dreieck, Sägezahn, Rechteck usw.) sowie Tonhöhen-Regler für Oszillator 2 und 3. Es folgt die Filtersektion mit Cutoff, Glide (?) und Konturstärke und den Einstellungen von Attack-Time, Decay-Time und Sustain-Level der Filterhüllkurve. Ganz recht ist der VCA mit Attack, Decay und Sustain-Level angeordnet.

An allen Reglern kann man tatsächlich rumschrauben und den Klang des Moogle beeinflussen.

Das ist natürlich alles nur wirklich interessant, wenn man es selbst ausprobiert. Ich werde auch noch ein kleines Video dazu erstellen:

Ich versuche hier, die grundlegenden Bedienelemente des Minimoogle zu erklären.

Die Bedienelemente im Überblick:

Robert Moog Google Doodle - Erklärung zum Minimoogle

Robert Moog Google Doodle - Erklärung zum Minimoogle

Ich bin vom Robert Moog – Synthesizer-Doodle echt begeistert, daß ist ein würdiger Nachfolger des Les Paul Gitarren-Doodles, zu dem ich damals auch ein Video erstellt hatte:

Weitere Beiträge zum Robert Moog Doodle:

Eine Robert-Moog Top-100 gibt es auch. :-)

Nachtrag 24. Mai: Das Robert Moog Doodle ist nun natürlich nicht mehr auf der Google-Startseite zu finden, aber es wurde archiviert und ist hier verfügbar. Außerdem kann man den Minimoogle nun auch komplett über die Tastatur (englisches Layout) spielen, gestern ging nur C-Dur über die oberen Zifferntasten.

Auch das Les Paul Gitarren-Doodle findet man weiterhin spielbar im Doodle-Archiv.

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Robert Noyce, Erfinder der integrierten Schaltung

Robert Noyce Doodle

Google-Doodle für Robert Noyce

Heute gibt es einen Google-Doodle für Robert Noyce zu seinem 84. Geburtstag. Neben Jack Kilby gilt er als Erfinder der integrierten Schaltung. Die Doodle-Blogger TagSeoBlog und Oceparx sitzen bereits in den Startlöchern. Das hier soll aber kein Google-Doodle-Blog werden.

Wenn mich allerdings die Person oder das Thema des Doodles interessiert, berührt oder fasziniert, dann ist es mir einige Zeilen wert.

Faszination Elektronik

Integrierte Schaltkreise

Elektronik hat mich schon als 10 oder 11 jähriger Junge fasziniert, damals habe ich die ersten Schaltungen mit einem Elektronik-Baukasten zusammen gesteckt. Es ist nicht nur die beeindruckende Funktionalität, die es mir bei der Elektronik angetan hat, es ist für mich auch die eigenartige Schönheit und Ästhetik, die einer sauber aufgebauten elektronischen Baugruppe innewohnt.

Die oben abgebildeten integrierten Schaltkreise (EPROM) sehen mit dem weißen Keramikträger und den goldenen Beinschen für sich genommen schon edel aus. Die meiste Elektronik von heute verbirgt sich aber leider meist in eintönigem grauen Kunststoff oder unter einem Klacks schwarzen Lacks.

Wenn alles gut geht und mein Automatismus funktioniert, kann man bei Schnurpsel ab 0:30 Uhr auch eine Robert Noyce-Top-Liste sehen. Na mal sehen… :-)

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