Automatische Börsenprogramme – UAL stürzt ab

Am Montag war der Börsenkurs der United-Airlines (UAL) dramatisch eingebrochen. Nun ist bekannt geworden, wie es dazu kam. Eine alte Meldung über die United-Airlines-Insolvenz im Jahr 2002 hat es durch Verquickung diverser Umstände irgendwie in die aktuellen News geschafft, genaueres ist bei Heise unter „Computerprogramme sollen UAL-Kurssturz ausgelöst haben“ nachzulesen.

Das wäre ja noch nicht mal so schlimm, wer an der Börse handelt, sollte die Meldung in jedem Fall verifizieren und nicht sofort reflexartig mit panischen Notverkäufen reagieren. Ein automatisches Börsenprogramm kann aber so eine Meldung nicht wirklich abwägen und arbeitet stur nach seinen Vorgaben. Dem Vernehmen nach hat genau solch eine Softare, welche automatisch Meldungen und Zahlen auswertet und Transaktionen veranlaßt, nicht unerheblich zum Kursverlust von UAL beigetragen.

Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten im Börsenhandel, man muß es halt nur irgendwie schaffen, entsprechende News-Meldungen an den richtigen Stellen zu platzieren und schon kann man Aktien in den gewünschten Kursverlauf steuern.

Im letzten Satz der Heise-Meldung ist zu lesen:

„Dieser sogenannte automatisierte Handel nimmt weltweit zu: In der letzten Augustwoche sei derartige Software für ein Viertel aller Umsätze an der New Yorker Börse verantwortlich gewesen.“

Irgendwie mußte ich sofort an den Film „War-Games“ denken. Wenn der Computer sagt, die Russen greifen an, dann stimmt das auch und wir müssen zum Gegenschlag ansetzen.

Blindes Vertrauen in die Technik kann schnell nach hinten losgehen und es würde mich nicht wundern, wenn man in nächster Zeit häufiger Meldungen über unerwartete Kurseinbrüche liest.

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