Obst ist nicht genug

Das Ende der Google-Bildersuche

Klinken putzenDas Ende der Google-Bildersuche steht kurz bevor, könnte man zumindest annehmen, wenn man die Schlagzeile „Google Bildersuche vor dem Aus?“ liest. Auch Heise berichtet nun darüber.

Wenn es tatsächlich so kommt, wäre das ein schwerer Schlag für mein Blog. Worüber soll ich denn noch schreiben, wenn nicht über meine bei Google gut platzierten Bilder oder die lustigsten Suchanfragen.

Bei dem oben verlinkten Artikel vom GoogleWatchBlog hat sich eine Diskussion entwickelt, ob es nun gut und richtig oder schlecht und falsch ist, daß Google einfach alle erreichbaren Inhalte des Webs indiziert und speichert. Als Beispiel wurde das sogenannte Opt-In- bzw. Opt-Out-Verfahren angeführt, welches z.B. im Bereich der E-Mail-Werbung verwendet wird. Vereinfacht gesagt, bedeutet Opt-In, daß ich dem Empfang z.B. eines News-Letters explizit zustimmen muß. Bei Opt-Out ist es hingegen so, daß ich die Sachen erstmal ungefragt zugeschickt bekomme und dann gegebenfalls der weiteren zusendung widersprechen kann. In Deutschland sind z.B. bestimmte Werbemaßnahmen nur nach erklärter oder mutmaßlicher Einwilligung zulässig.

Bezogen auf die Suchmaschinen gibt es zwei große Meinungs-Lager. Die einen sagen, die Suchmaschinen dürfen nicht einfach ungefragt Inhalte abgrasen, speichern und per Suchfunktion zugänglich machen. Die anderen meinen, wer Inhalte ins Web stellt muß davon ausgehen, das sie abgefragt, gespeichert und zugänglich gemacht werden. Wenn man das nicht will, muß man die Sachen halt per Paßwort schützen oder den Suchmaschinen-Robotern die Abfrage z.B. in der Roboter-Steuerdatei robots.txt verbieten. Seriöse Robots halten sich an die Anweisungen in dieser robots.txt-Datei.

Das Problem ist aber, daß die meisten Webseitenbetreiber nichts von den Möglichkeiten und Funktionen zur Steuerung der Webcrawler wissen.

Ich bin im Moment so ein wenig hin und her gerissen, welchem Lager ich mich anschließen soll. Einerseits halte ich die ungefragte Speicherung aller nur irgendwie greifbaren Daten eher für gefährlich und nicht erstrebenswert. Anderseits ist das Opt-Out Verfahren nicht nur im Internet sondern in vielen Lebensbereichen zumindest historisch gesehen die übliche Herangehensweise. Das kann auch gar nicht anders sein, weil zum Beginn einer neuen Entwicklung die möglichen Folgen noch nicht absehbar sind.

Prinzipiell darf man erstmal alles machen, Freiheit ist für viele Menschen das höchste Gut. Diese Freiheit alles zu tun und zu lassen was man will, wird aber durch Normen und Gesetze beschränkt und reglementiert. Anders herum ist das für die meisten kaum vorstellbar, also man darf überhaupt nichts und es werden nur bestimmte Sachen erlaubt. In der Praxis gibt oder gab es aber schon immer beide Varianten. Nehmen wir nur mal die Reisemöglichkeiten eines Deutschen zu DDR-Zeiten, als DDR-Bürger durfte man praktische nicht in andere Länder reisen, außer in ein paar sozialistische Bruderländer. Dem BRD-Bürger hingegen stand praktisch die Welt offen, von ein paar Ausnahmen vielleicht mal abgesehen.

Bei meiner Firewall habe ich für eingehenden Netzwerkverkehr eine Opt-In Strategie eingestellt, es kommt nichts rein, es sei denn, ich habe es explizit erlaubt. In der Gegenrichtung ist es genau anders herum, alles darf raus, nur ein paar Sachen verbiete ich.

Wenn für Suchmschinen schon immer ein „Alles ist verboten, ich darf nur einlesen, wenn es explizit erlaubt ist“ gegolten hätte, wären wir wahrscheinlich suchmaschinentechnisch noch auf dem Stand von vor 15 oder 20 Jahren. Ich hätte viele interessante Seiten überhaupt nicht entdeckt, weil deren Betreiber nicht wissen, daß sie Ihre Inhalte für die Suche erst freigeben müssen.

Andererseits wäre auch denkbar gewesen, das sich in der Anfangszeit der Websuche die Entwickler zusammengetan und auf einen Standard geeinigt hätten, der genau wie jetzt das Einlesen per Steuerdatei verbietet, dieses halt explizit erlauben würde. Das hätte man dann aber auch entsprechend bekannt machen und forcieren müssen.

So war es aber nicht und so muß man nun erstmal mit dem klarkommen, was sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. Eine Lösung wäre entweder eine Umkehr der Vorgehensweise seitens der Suchmaschinenbetreiber oder eine stärkere Propagierung der Möglichkeiten, wie man die Suchmaschinen aussperren kann. Ich könnte mir sogar vorstellen, daß Webhoster für ihre Kunden erstmal standardmäßig eine robots.txt konfigurieren, die alles verbietet (und den Kunden natürlich darauf hinweisen), und der Nutzer dann dieses ausdrücklich ändern muß. So kann dann zumindest keiner mehr sagen, er hätte nichts gewußt.

Allerdings sehe ich dann auf die verschiedenen Foren einen großen Batzen Mehrarbeit zukommen, schon heute gibt es z.B. im WPD-Forum immer wieder Anfragen der Art “ Ich habe gestern mein WordPress-Blog online gestellt und werde immer noch nicht von Google gefunden!!!!! Warum?????“

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Der Leitwolf und sein Rudel

Regelmäßig im Netz lese ich eigentlich nur Heise und natürlich die Blogs in meiner Blogroll. Gut, im WordPress-Deutschland-Forum treibe ich mich auch häufig rum und in letzter Zeit schaue ich öfter mal bei Rivva vorbei. Rivva ist ein Neuigkeiten-Ansammler, der sich ein paar etablierte Medien und Blogs hernimmt und daraus Themen und Meldungen extrahiert, die gerade wichtig erscheinen, über die viel geschrieben und diskutiert wird.

Bei Rivva gibt es Leitwölfe, dort werden sie Leitmedien genannt und man kann sich eine Liste der Leitwölfe ansehen. Ein Leitwolf ist ein Medium (Nachrichtendienst/Blog), welches eine neue Geschichte schreibt, also gewissermaßen ganz neu oder zumindest erstmals in Umlauf bringt. Das reicht aber noch nicht für eine Top-Story bei Rivva. Hier kommt nun das Rudel ins Spiel.

Das Rudel sind andere, meist kleinere und unbedeutendere Medien, die ein Thema aufgreifen, auch darüber berichten und auf den Beitrag des Leitwolfes verweisen. Ich bin z.B. einer aus dem Rudel. Aber auch andere Leitwölfe gehören natürlich zum Rudel, so können sie auch Themen der anderen Leitwölfe übernehemen und so zu einen Platz auf der Rivva-Startseite verhelfen.

Wenn ich hier nun fleißig interessante Artikel schreibe, könnte ich sogar zu einem Leitwolf aufsteigen. Dazu müßte ich allerdings ein Rudel hinter mir haben, hab ich aber derzeit (noch :-) nicht.

Viel interessanter ist für mich im Moment die Frage, welchen Einfluß das Rudel hat. Dazu habe ich einfach mal einen Leitwolf-Artikel genommen, der noch nicht bei Rivva zu finden war, und dazu etwas geschrieben. Ich gebe zu, inhaltlich ist es etwas improvisiert, aber egal. Es ging mir ja nur darum zu sehen, ob ich damit den Artikel auf die Rivva-Startseite befördern kann. Ja, es hat geklappt, er hat es zwar nicht zum Top-Artikel ganz oben gebracht, aber so an vierte oder fünfter Stelle war er dann zu finden.

Mein zweiter Versuch war, eine schon etwas ältere Meldung wieder nach oben zu holen. Auch das hat geklappt, allerdings ist der Artikel wieder relativ schnell in der Versenkung verschwunden.

Zudem ist natürlich auch ein gewisser Rückkopplungseffekt zu beobachten. Wenn man es erstmal auf die Startseite geschafft hat, werden andere auf den Artikel aufmerksam und schreiben vielleicht etwas dazu, was dann natürlich wieder die Position stärkt.

Wie in der Natur auch, ist ein Leitwolf ohne Rudel eigentlich nichts wert, oder anders gesagt, wir sind das Volk, oder noch anders gesagt, die Macht geht vom Volke aus, oder noch anders gesagt, wer mit den Wölfen heult, wird sich einen Wolf laufen.

Apropos Wolf, heute morgen beim Frühstück las ich in der SVZ:

Ein wild lebender Wolf wurde erstmals in einem Waldgebiet im Forstamt Neuhaus südlich von Hannover gesichtet.

Ob es wohl ein Leitwolf war?

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